Allgemeines
So klappt der Einstieg:
Das Versenden der Bewerbungsunterlagen sollte etwa ein halbes Jahr vor Studienabschluss beginnen. Dieser (frühe) Zeitpunkt hat mehrere Vorteile: Man kann Lücken im Lebenslauf vermeiden und Professionalität beim Bewerben entwickeln. Außerdem bleibt so Zeit, Alternativen und Angebote in Ruhe abzuwägen.
Die schriftliche Bewerbung ist von zentraler Bedeutung, um das Interesse eines Arbeitgebers zu wecken. Das Unternehmen muss in kurzer, prägnanter Form davon überzeugt werden, dass der Kandidat zur offenen Stelle und zum Unternehmen passt, und zwar besser als die Mitbewerber.
Im Durchschnitt bekommt ein im Deutschen Aktienindex (DAX) verzeichnetes Unternehmen pro Jahr zwischen 15.000 und 50.000 Bewerbungen. Absoluter Spitzenreiter ist Siemens mit über 100.000 eingehenden Bewerbungen im Jahr. Nur etwa 15 bis 20 Prozent der Bewerber bekommen von den DAX-30-Unternehmen die Einladung zum Vorstellungsgespräch.
Dauer des Bewerbungsverfahrens
Das Auswahlverfahren zieht sich meist über mehrere Wochen hin. Vom Zeitpunkt der Anzeigenschaltung bis zur Einstellung können durchaus drei Monate vergehen. Eine umgehende Bestätigung des Bewerbungseingangs ist bei vielen Unternehmen üblich.
Die ersten Gespräche werden in der Regel drei bis sechs Wochen nach Erscheinen der Anzeige geführt, je nachdem, wie viele Bewerbungsunterlagen eingegangen sind. Wer nach sechs bis acht Wochen noch nichts gehört hat, sollte bei der Personalabteilung nachfragen. Auch wer zwischenzeitlich das Vertragsangebot eines anderen Unternehmens hat, sollte sich nach dem Stand des Bewerbungsverfahrens und den generellen Chancen erkundigen.
Und wenn es nicht klappt?
Wer nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird oder nach dem Gespräch eine Absage erhält, ist selbstverständlich zunächst enttäuscht. Da aber bei den meisten Stellenausschreibungen nur ein Bewerber zum Zug kommt und die Zahl der Bewerber für manchen Job sehr groß ist, ist eine Absage wahrscheinlicher als eine Zusage.
Wenn sich die Absagen häufen, sollte man versuchen, daraus zu lernen. Wurde man aufgrund seiner Bewerbungsunterlagen abgelehnt, ist das natürlich schwierig: Schon aus Zeitgründen wird das Unternehmen nicht jede einzelne Absage individuell erläutern, sondern eine Standardformulierung wählen. Bei der Ablehnung nach dem Vorstellungsgespräch sind die Chancen größer, genaueres über die Gründe zu erfahren. Man sollte deshalb unmittelbar nach der Absage mit dem Unternehmen Kontakt aufnehmen.
Oft wird die Antwort sein, dass ein Bewerber ausgewählt wurde, der die gestellten Anforderungen noch besser erfüllt. Hier sollte man nachhaken und versuchen, eigene Defizite aufzudecken. Die Bereitschaft der Personalverantwortlichen über die Gründe einer Absage Auskunft zu geben ist am Telefon größer als beim Schriftwechsel.
Quellenhinweis
Diese Artikel sind Auszüge aus dem Ratgeber:
"Berufsplanung für den Management-Nachwuchs"
Staufenbiel Institut für Studien- und Berufsplanung
(23. Auflage START 2003, ISBN 3-922 132-03-0)
In der gleichen Reihe erscheinen ebenfalls jährlich:
"Berufsplanung für Ingenieure"
(18. Auflage START 2003, ISBN 3-922 132-19-7)
und Balster/Giesen/Staufenbiel (Hrsg.):
"Berufsplanung für den IT-Nachwuchs"
(3. Auflage START 2002, ISBN 3-922 132-19-7).
Jeder Titel enthält mehr als 13.000 aktuelle Stellenangebote für Hochschulabsolventen und ist erhältlich für € 15 im Buchhandel oder direkt über www.staufenbiel.de/book-shop